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Aussichten auf gute Pilzsaison

Wenn es noch ein paar Mal regnet, dann dürfte es heuer eine sehr gute Pilzsaison in Kärnten werden. Um zu sprießen benötigen Pilze Regen und Wärme. Um beim Schwammerlsuchen auf Nummer sicher zu gehen gilt es einige Regeln zu beachten.


Auch die Herrenpilze dürften bald aus der Erde kommen – in den kommenden Wochen benötigen die Pilze vor allem „Feuchtigkeit in Maßen und natürlich dann wieder Wärme“, so Pilzexperte Leopold Amlacher vom Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten. Das Gurktal und die Feldkirchner Gegend seien gute Plätze für die „Schwammerlklauber“.

Regen und Wärme: Ernte binnen einer Woche möglich

Regnet es zwei bis drei Tage lang und wird es danach wieder warm, dann wachsen die Pilze in den Wäldern relativ schnell – nämlich binnen einer Woche. „Man sagt ja, Pilze wachsen über Nacht“, so Pilzexperte Leopold Amlacher. Ist es im Sommer zu heiß, darf man auf den Herbst hoffen: Im Jahr 2003 sei es auch sehr warm gewesen, trotzdem ließen sich im Herbst Herrenpilze finden.

Pilze am besten „wie rohes Fleisch“ behandeln

Wie imemr gilt: „Die gesetzlichen Vorschriften sind einhalten“, so Amlacher. „Schwammerlklauben“ sei von 7.00 bis 18.00 Uhr erlaubt, maximal dürften zwei Kilogramm Pilze pro Tag und Person gesammelt werden. Zum Sammeln sollte man einen Korb oder ein anderes luftiges Gefäß verwenden.


Ein Nylonsack oder Ähnliches wird nicht empfohlen, so der Pilzexperte: „Pilze sind wie rohes Fleisch zu behandeln. Wenn es warm wird oder die Pilze im Auto liegen, dann bekommt man auch bei den guten Pilzen eine Lebensmittelvergiftung“.

Rat einholen bei Experten oder in der Fachliteratur

Abschneiden – und zwar mit einem scharfen Messer – sollte man nur Pilze, die man richtig kennt. Wenn man den betreffenden Pilz nicht kennt, aber bestimmen möchte, sollten man sie einem Experten vorlegen oder in guter Fachliteratur nachlesen, auf welche Merkmale geachtet werden muss, so Amlacher. „Es gibt Leute die verwechseln die Farben, es gibt Leute die verwechseln die Wuchsform.“

Grüne Täublinge oder champignonartige Pilze mit dunklen Lamellen würden zum Beispiel „gerne“ mit dem grünen Knollenblätterpilz vertauscht.

So klappt die Pilzzucht zu Hause

Wer sich nicht in den Wald begeben kann oder möchte, weil ihm das Sammeln zu mühsam ist, kann sich auf eine Pilzzucht zu Hause verlegen.

Normalerweise werden solche Zuchtpilze vorgezogen, auf einem Substrat verkauft und unter entsprechenden Bedingungen wachsen sie dann auch zu Hause. „Aber von den Eierschwammerln ist mir das nicht bekannt“, so Amlacher.

Der Experte glaubt auch nicht, dass das in diesem Fall funktionieren würde – denn das Eierschwammerl sei ein Mykorrhiza-Pilz und benötige zum Wachsen gewisse Baumarten.

Die Pilzzucht zu Hause funktioniere jedoch mit einigen holzbewohnenden Pilzen, die auf Stroh, auf Sägespänen, oder auf Kaffee aufgezogen werden, außerdem mit Champignons und Seitlingen.


(c) kaernten.orf.at/stories/3004672

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